Glarner Alpen
18.11.2020 - Oberiberg (Hinter Wannenhöchi, 1820 m)
N1034774
Die gleiche Art wie weiter nördlich an der Holzhütte der Ober Weid findet sich auch südseitig der Hinter Wannenhöchi.
Nur sind die Tiere hier doch wesentlich kleiner.
Informationen zum Tier:
Art: Deroceras spec.
Zuordnung unsicher, vermutete Art auf Grundlage äusserer Merkmale: Einfarbige Ackerschnecke (Deroceras agreste).
Verbreitung: Nord- und westeuropäisch. Die wirkliche Verbreitung ist wegen Verwechslungen mit der Genetzten Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) ungenügend bekannt.
Regionale Verbreitung Alpen: Überwiegend in Höhen zwischen 1100 und 2200 m, vereinzelt ab 200 m sowie bis etwa 2500 m.
Lebensräume: Bevorzugt feuchte Lebensräume wie Uferbereiche, Riedwiesen oder nasse Wälder, sporadisch aber auch Rasen, Grasland oder landwirtschaftliche Anbauflächen trockener Standorte.
Merkmale: Ausgewachsene Tiere weisen eine Länge von 35 - 50 mm, manchmal bis 60 mm auf. Die Färbung variiert von einfarbig weisslich über gelblich bis hell- und dunkelbraun. Der Kopf und die Fühler sind dunkler gefärbt. Der Rand der Atemöffnung ist heller als der Schild. Die Sohle ist cremefarben. Der Fussrand weist ein feines, braunes Band auf. Der Körperschleim ist milchigweiss.
Lebensweise: Die Tiere sind meist in der Nacht oder tagsüber bei genügend Feuchte anzutreffen. Bei Kälte ziehen sie sich in Spalten, in Löcher oder unter Steine zurück.
Nahrung: Frische Pflanzen, Wurzeln und Knollen.
Paarung: Die Fortpflanzung erfolgt meist durch Selbstbefruchtung, seltener auch durch gegenseitige Begattung.
Ablauf der Paarung: Während des der Paarung vorausgehenden, etwa eine Stunde dauernden Vorspiels umkreisen sich die beiden Tiere gemächlich. Dabei reizen sie sich gegenseitig mit dem Stimulator, einer spitz auslaufenden Ausstülpung. Die eigentliche Paarung ist innert 2 Minuten vollzogen, die Schnecken drehen sich dabei mit umschlungenen Körpern rasch im Kreise. Anschliessend trennen sich die Leiber, etwa 5 Minuten nach vollzogener Paarung kriechen beide Schnecken wieder ihres Weges.
Ei: Die Eiablage erfolgt ab Spätsommer bis in den Herbst. Die Gelege bestehen aus bis zu 40 wasserklaren, kugelförmigen Eiern mit einem Durchmesser von 1,1 - 1,9 mm.
Schnecke: Die Jungtiere schlüpfen nach 16 - 25 Tagen. Sie sind in den ersten 24 Stunden völlig farblos. Die Geschlechtsreife erreichen sie im Spätsommer oder Herbst.
Lebenserwartung: Der Lebenszyklus ist einjährig, ausgewachsene Tiere sterben meist im Spätherbst oder Winter ab.
Feinde der Landschnecken: Lurche und Reptilien wie Molche, Salamander, Frösche und Kröten oder Blindschleichen, dann Säugetiere wie Igel oder Spitzmäuse sowie diverse Vogelarten wie Enten, Rallen, Drosseln, Lerchen, Amseln, Dohlen, Krähen, Raben oder Stare vertilgen Schnecken. Spinnen, diverse Käfer, aber auch Parasiten schliessen das Spektrum ab. Zudem überfallen räuberisch lebende Schnecken andere Schneckenarten.


Anmerkung: Eine zweifelsfreie Abgrenzung von im Aussehen ähnlichen Arten der Gattung Deroceras ist nur über die Anatomie der Geschlechtsorgane möglich.
N1034774

Körperlänge bis 50 mm.
Die Körperlänge der abgebildeten Tiere beträgt 30 mm.

Fundort: Weide, unter Stein ruhend.