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Appenzeller Alpen
29.6.2019 - Nesslau (Stein, Böschenweid, 1253 m) |
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N1029731
Im Schotter des Karrenweges entlang des Dürrenbachs hat sich eine Grosse Steinfliege niedergelassen. Informationen zum Tier: Art: Grosse Steinfliege (Perla grandis). Verbreitung: Europa. Lebensräume: Die Grosse Steinfliege ist eine ausgesprochene Gebirgsbachart. In Westeuropa kommt sie an bewaldeten Ufern von niedrigen Gewässern vor. Merkmale: Die Körperlänge beträgt 20 - 28 mm. Die Flügel weisen eine bräunliche Tönung auf. Die Vorderflügel sind schmal und mit auffälligen Queraderreihen versehen. Die Hinterflügel sind breiter. In Ruhestellung werden die Flügel flach übereinander über dem Hinterleib zusammengelegt. Die Mundwerkzeuge sind verkümmert. Die Antennen sind recht lang. Die Komplexaugen sind gut entwickelt. Auch 3 Punktaugen (Ocellen) sind ausgebildet. Die Beine sind ziemlich kräftig. Die dreigliedrigen Tarsen tragen an der Spitze 2 Klauen und sind mit einem Haftpolster versehen. Das zweite Tarsalglied ist deutlich kürzer als das dritte. Der 10 Segmente aufweisende Hinterleib wirkt langgestreckt. Das Imago weist 2 eingliedrige Hinterleibsanhängsel (Cerci) auf. Beim Männchen ist das hintere Ende zum Begattungsorgan umgewandelt. Lebensweise: Die tag- und nachtaktive Larve lebt versteckt unter Steinen und Kies in schotterreichen, schnell fliessenden Bächen und kleineren, sauerstoffreichen Flüssen. Über die Lebensweise der Imagines ist wenig bekannt. Nahrung: Die Larve ernährt sich räuberisch von wirbellosen Kleintieren der Gewässersohle, insbesondere von Zuckmücken (Chironomidae). Das Imago nimmt keine Nahrung zu sich. Ei: Wenige Tage nach der Paarung legt das Weibchen einen Eiballen mit etwa 200 - 400 Eiern ab. Die Ablage erfolgt im Flug durch Eintauchen des Hinterleibes am Ufersubstrat direkt unterhalb des Wasserspiegels. Die Hüllsubstanz verteilt sich auf der Wasseroberfläche, die Eier sinken vereinzelt auf den Boden des Gewässers. Larve: Die Mundwerkzeuge der Larve sind ziemlich kräftig ausgebildet. Die Antennen sind recht lang. Sie hat 2 längere Schwanzfäden. Der Schlupf der Larve erfolgt bei idealen Bedingungen noch im Spätherbst, sonst im darauffolgenden Frühjahr. Weibliche Larven durchlaufen während ihrer dreijährigen Entwicklung um 19, männliche Larven um 17 Larvenstadien. Das Wachstum beschränkt sich dabei überwiegend auf die warme Jahreszeit und stagniert im Winter. Imago: Etwa im Übergang vom Juni in den Juli verlässt die Larve nachts das Gewässer und häutet sich im Uferschotter oder an aus dem Wasser herausragenden Steinen zur flugfähigen Steinfliege (Imaginalhäutung). Lebenserwartung: Als Imago 4 - 6 Wochen. Feinde: Fische sind die natürlichen Feinde der Larven. Nachtaktive Rauber wie die Wasserspitzmause oder Fledermäuse können Larven auf dem Weg zur Imaginalhäutung erbeuten. |
Körperlänge bis 28 mm |